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Die Illusion des Getrenntseins – Simon van Booy

April 16, 2014

Simon van Booy wuchs in Wales auf und lebt heutzutage mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter in Brooklyn. Er ist nicht nur Romanautor, sondern hat auch bereits drei Philosophiebücher veröffentlicht, darüber hinaus schreibt er Artikel für die New York Times, den Guardian und die BBC. Weitere Informationen zum Autor finden sich auf seiner Homepage. Übersetzt wurde der Roman von Claudia Feldmann.

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“‘Unsere Liebe zu dir’, sagte sie, ‘wird immer größer sein als irgendeine Wahrheit.’”

Martin verlebt eine glückliche Kindheit, aber die Umstände seiner Geburt sind rätselhaft. Seine Eltern kümmern sich so um ihn, als wäre er ihr leibliches Kind, doch das ist Martin nicht. Es war Sommer und es war Krieg, als ein fremder Mann ihr das Baby in die Arme drückte. All das erführt Martin als er alt genug ist, um in die Schule zu gehen. Es ist ein schwieriges Gespräch, doch die Mutter versichert ihrem Sohn, dass ihre Liebe zu ihm immer größer sein wird, als irgendeine Wahrheit. Es wird sein ganzes Leben dauern, bevor Martin dem Mann begegnen sollte, der ihn seiner Mutter in die Arme gedrückt hat und selbst in diesem Moment weiß er nicht, wer da eigentlich vor ihm steht.

“Bald fielen die Tropfen schneller, als meine Hand schreiben konnte, aber ich hörte nicht auf, ich schrieb weiter, bis es nichts mehr zu sehen gab, nichts mehr zu lesen, nur noch den Augenblick des Drucks, nichts davor und nichts danach.”

 

Während der Klappentext den Eindruck erweckt, als würde die Geschichte von Martin im Zentrum des Romans stehen, kreist die Geschichte in Wirklichkeit um fünf Charaktere, deren Schicksale auf ganz unterschiedliche Weise miteinander verwebt sind. Manche von ihnen wissen voneinander, manche sind auf seltsame Art miteinander verbunden, ohne dies jedoch zu wissen. Die Geschichte beginnt in Los Angeles im Jahr 2010, danach lernen wir einen entstellten Kriegsveteranen kennen, der 1981 in Manchester lebte. 1968 begegnen wir einem Schuljungen in Saint-Pierre, 1942 einem Liebespaar auf Coney Island und wir lernen Amelia kenne, eine blinde Frau, die mit ihren Eltern in den Hamptons lebt.

“Manchmal wache ich auf und liege so still da, dass ich hören kann, wie aus dem Strauß in der Vase ein Blütenblatt herabfällt. Manchmal liege ich wach und wünsche mir, dass es jemanden gäbe, der hört, wie ich falle. In der Sicherheit meines Bettes, auf dem Drahtseil zwischen Wachen und Träumen, fühlen sich meine Fantasien so wirklich an, als wären sie nur wenige Schritte entfernt, hinter einer Ecke, die niemals endet.”

Simon van Booy verwebt all diese Erzählstränge miteinander. In jedem Kapitel widmet er sich einer anderen Figur und nähert sich dabei Stück für Stück den Elementen, die alles miteinander verbinden. Beim Lesen habe ich mich immer wieder nach den Querverbindungen gefragt, nach den Zusammenhängen, die manchmal offensichtlich sind, doch manchmal auch im Verborgenen liegen. Manche Verbindungen offenbaren sich erst auf den letzten Seiten. Ein Großteil meiner Lesefreude hat sich aus dieser ungewöhnlichen Erzählweise gespeist, über die ich nicht zu viel verraten darf, um euch die Freude nicht zu verderben. Darüber hinaus haben mich vor allen Dingen die Passagen beeindruckt, in denen Simon van Booy in das Kriegsgeschehen eintaucht und das Schicksal eines Amerikaners beschreibt, der während des Krieges mit seinem Flugzeug in Frankreich abstürzt. An den Stellen, an denen das Kriegsgeschehen beschrieben wird, wird die Erzählung so dicht, dass ich kaum noch Atem holen konnte.

“Sein Bild ist unfertig. Die Skizze einer anderen Welt. Er fühlt diese Welt, in dem er sich andere ausmalt. Das Spiel ist der Raum, in dem er sich erkennt. Mit seiner Zimmertür schließt er ein Leben, denn es gibt so viele.”

Die Sprache des Romans ist überaus poetisch, die Sätze sind kurz. Simon van Booys Figuren weinen nicht, ihre Tränen malen Punkte auf die Tischdecke. Manchmal offenbart sich auf den Seiten so viel weise Leere, dass ich geglaubt habe, in einem Gedicht festzustecken und nicht in einem Roman. An manchen Stellen tritt die Erzählung hinter den Versuch zurück, bei jedem Satz eine größt mögliche Schönheit zu erreichen. Der wunderbare Titel des Romans bezieht sich auf ein Zitat von Thich Nhat Hanh, der sagt: “Wir sind hier, um aus der Illusion unseres Getrenntseins zu erwachen.” Doch auch im Roman selbst findet sich eine Anspielung auf den Titel, denn es ist der Titel einer Museumsausstellung, die Amelia mitorganisiert hat. Es ist eine Ausstellung über amerikanische Fotografien, die während des Zweiten Weltkriegs in Europa verloren gegangen sind.

“In seiner Vorstellung lebten sie immer noch zusammen.”

Der Roman hätte keinen besseren Titel tragen können, denn in diesen Worten spiegelt sich das wider, was den Kern des Romans ausmacht: es geht darum, dass wir alle – auf die ein oder andere Art und Weise – miteinander verbunden. Simon van Booy beschriebt das Leben von fünf Menschen, die über mehrere Jahrzehnte miteinander verbunden sind, die sich vielleicht auf der Straße nicht erkennen würden und fremd wären, die aber ein gemeinsames Schicksal teilen. Natürlich, natürlich – der Autor lässt die Lebenslinien seiner Figuren derart miteinander kreuzen, dass man vor Ungläubigkeit aufschreien möchte. Und doch: wir wissen vielleicht nichts voneinander, doch manchmal ist man sich näher, als man glaubt und Lebenslinien kreuzen sich, ohne, dass man dies bemerkt.

Simon van Booy webt in “Die Illusion des Getrenntseins” einen dichten Erzählteppich, voller poetischer und todtrauriger Sätze. Man muss sich auf die Illusion des Autor einlassen, wenn dies gelingt, dann wird man nicht nur mit einer traurigen und unheimlich berührenden Geschichte belohnt, sondern auch mit einer wunderbaren Sprache.

Heute bedeckt und kühl: Große Tagebücher von Samuel Pepys bis Virgina Woolf – Michael Maar

April 14, 2014

Michael Maar wurde 1960 geboren und hat unter anderem Bücher über Thomas Mann, Vladimir Nabokov, Harry Potter und Marcel Proust veröffentlicht. Für seine bisherigen Veröffentlichungen erhielt der Autor bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste. Vor zwei Jahren erschien im C.H.Beck Verlag “Die Betrogenen”, sein erster Roman. “Heute bedeckt und kühl: Große Tagebücher von Samuel Pepys bis Virgina Woolf ” wurde im vergangenen Jahr veröffentlicht.

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“Ein Mann ohne Tagebuch (er habe es nun in den Kopf oder auf Papier geschrieben) ist, was ein Weib ohne Spiegel.”

Michael Maars Parforceritt durch die Geschichte des literarischen Tagebuchs umfasst 220 Seiten, 40 Kapitel und ein Personenregister, das sich über sechs Seiten erstreckt. Im Titel erwähnt werden bereits Samuel Pepys und Virgina Woolf, doch Michael Maar streift diese beiden Tagebücher lediglich und richtet seinen Fokus stattdessen darauf, die Vielfalt der unterschiedlichen Tagebücher aus insgesamt vier Jahrhunderten vorzustellen: Erwähnung finden unter anderem Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Heimito von Doderer, Franz Kafka, Helmut Krausser, Thomas Mann, Katherine Mansfield, Brigitte Reimann, Susan Sontag und Oscar Wilde.

Der Autor bezeichnet sein eigenes Buch als kleine Promenade und in der Tat fühle ich mich als Leserin so, als würde ich an all diesen Diaristen vorbeispazieren und kurz in ihre Leben eintauchen, bevor ich in ein weiteres Leben, ein weiteres Schicksal eintauche. Der rote Faden von Michael Maar ist die Frage danach, was einen Menschen dazu bringt, Tagebuch zu führen.

“Nur in Tagebüchern ist das Allerprivateste so unlösbar verschlungen mit dem, was später als Datum in den Geschichtsbüchern stehen wird. Ein Tagebuch, nicht zuletzt darin liegt sein Reiz, gibt immer auch ein absichtsloses und um so getreueres Bild seiner Zeit.”

Die Tagebücher, die Michael Maar für seine Analyse heranzieht, sind vielfältig und entstammen insgesamt vier Jahrhunderten – ich stoße auf Männer wie August Graf von Platen, der seinem Tagebuch sich und seine Sexualität offenbart. Auch andere Tagebuchschreiber offenbaren in ihren privaten Journalen tiefste Geheimnisse, dementsprechend ist mit dem Schreiben eines Tagebuchs auch immer die Angst verbunden, entdeckt und verraten zu werden. Tagebücher können manchmal auch wahre Giftkammern sein, in denen die Schreiber mit ihren Mitmenschen abrechnen. Eine weitere Gattung, die häufig anzutreffen ist, sind Traumtagebücher. Besonders heraus aus der überwältigenden Masse der Tagebücher ragen sicherlich die, die im Angesicht der großen Geschichte geschrieben werden – Erwähnung finden unter anderem Anne Frank und Viktor Klemperer.

“Wieder sind es die Details, die uns die große gräßliche Geschichte atmend, lebend, zuckend anschaulich machen, bevor sie in Begriffen und später in Phrasen sterilisiert werden.”

Michael Maar ist jedoch nicht nur an der Frage interessiert, warum so viele Tagebücher schreiben, sondern auch an der Frage, warum wir diese Tagebücher so gerne lesen. Ein entscheidender Grund ist sicherlich der, dass Tagebücher die Möglichkeit geben, tief in das Leben und die Gedanken fremder Menschen einzutauchen – häufig sind es ungefilterte und unverstellte Gedanken, die in Tagebüchern geäußert werden. Doch dies hat auch eine dunkle Kehrseite, denn woher kann man sich als Leser sicher sein, dass das Tagebuch den wahren Menschen widerspiegelt und keine Fälschung ist? Ein berühmtes Beispiel in diesem Zusammenhang sind die Tagebücher von Anaïs Nin, die viele Frauen mit ihrem Bericht über eine Fehlgeburt rührte, bevor sich herausstellte, dass es sich in Wirklichkeit um eine Abtreibung handelte.

“Das Tagebuch ist gewissermaßen die Beschwerdestelle, deren Schalter nie geschlossen hat, die Hotline ohne Warteschleife – und noch dazu gebührenfrei.”

Auf den letzten Seiten dieser aufregenden Entdeckungsreise durch die Geschichte des Tagebuchs, widmet sich Michael Maar unserer heutigen Gegenwart und findet in dieser nur wenig Gutes – das, was ehemals das handgeschriebene Tagebuch gewesen ist, wird nun durch Facebook und Blogs ersetzt. Die Sprache dessen, was Facebookuser posten, ist für ihn eine Pestilenz und die Bilderflut ein Sinnbild für die sich einschleichende Ent-Alphabetisierung.

“Tagebücher bieten das, was heute das Internet bietet: unsortierte und unzensierte, wild blühende und wild wuchernde Informationen; Gerüchte, die nie den Weg zum Druck finden, kuriose Details und abseitige Aperçus. Was in den Zeitungen steht, passiert viele redaktionelle Filter. Was im Tagebuch oder im Internet-Blog steht, keinen einzigen. Es ist darum viel Katzengold unter dem, was glänzt, aber gerade das macht seinen leicht schmutzigen Reis.”

Michael Maar legt mit “Heute bedeckt und kühl: Große Tagebücher von Samuel Pepys bis Virgina Woolf” eine unterhaltsame und informative Entdeckungsreise durch die Welt der Tagebücher vor. Mein Urteil fällt dennoch zwiespältig aus, denn zum einen kann ich das Buch jedem nur ans Herz legen, doch zum anderen ist es eine wahre Gefahr für jede Wunschliste!

Verlosung – Buzzaldrins Bücher sagt Danke!

April 11, 2014

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Als ich im September 2011 mit meinem Blog begann, habe ich mir nicht ausgemalt, wohin mich mein Weg mal führen würde – zu Beginn habe ich mich über die ersten zwanzig Besucher gefreut, nach einem Monat über den ersten Kommentar. Heute freue ich mich über insgesamt 200.000 Besucher. Ich freue mich jedoch nicht nur darüber, sondern ich bin auch unheimlich dankbar – ohne eure stetigen Kommentare und Rückmeldungen, über die ich mich immer wieder freue und ohne die vielen stillen Mitleser, wäre ich gar nicht erst so weit gekommen.

Als kleines Dankeschön gibt es eine Verlosung – ich verlose ein Lesekissen, eine Buchhülle und ein eingeschlagenes Notizbuch. Was ihr tun müsst, um zu gewinnen? Kommentiert einfach bis zum 17.4.2014, was davon ihr am liebsten hättet und schon hüpft ihr in den Lostopf!

Verlosung

Tagebuch eines Sturzes – Michel Laub

April 11, 2014

Michel Laub ist Journalist und Schriftsteller. Er hat jüdische Wurzeln und wurde 1973 in Porto Alegre, Brasilien, geboren. In seiner Heimat gehört er zu den wichtigsten Autoren seiner Generation und wurde bereits vielfach ausgezeichnet. “Tagebuch eines Sturzes” ist der erste Roman von ihm, der in Deutschland erscheint und wurde von Michael Kegler übersetzt.

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“Auch ich würde lieber nicht davon reden. Wenn die Welt etwas nicht braucht, so ist es, sich meine Ansichten zu diesen Themen anhören zu müssen.”

Über das, worüber der namenlose Erzähler lieber nicht sprechen würde, kann jedoch auch nicht geschwiegen werden, denn in letzter Konsequenz ist es auch ein Teil seiner selbst. Zum Schreiben findet der Erzähler während einer schweren Lebenskrise. Der Alkohol nimmt einen immer wichtigeren Teil in seinem Leben ein, es gibt kaum Abende an denen er nicht trinkt, manchmal fängt er damit schon am Nachmittag an. Seine Ehefrau, es ist die dritte, hält es nicht mehr mit ihm aus, möchte ihn verlassen, wenn er noch einmal einen Tropfen Alkohol anrührt, wenn er noch einmal betrunken nach Hause kommt. Gleichzeitig erhält sein Vater die niederschmetternde Diagnose Alzheimer.

Im Versuch, sich seinem eigenen Leben zu stellen, stößt der Erzähler auf die Geschichte seines Großvaters, es ist eine Geschichte, die in seiner Familie immer verdrängt und nur in ganz wenigen Momenten thematisiert wurde. Der Großvater hat Auschwitz überlebt, doch ein Teil von ihm ist im Konzentrationslager gestorben – ein Teil von ihm ist für immer dort zurückgeblieben. Über seine Erlebnisse gesprochen hat er nicht, nie wieder. Er hat eine Familie gegründet, der Vater des Erzählers ist sein Sohn gewesen, doch der Großvater war nie wirklich Teil seines eigenen Lebens. In den letzten Jahren seines Lebens hat er sich im Arbeitszimmer eingeschlossen und Tagebuch geführt, doch an keiner Stelle dieses Tagebuchs taucht das Wort Auschwitz auf.

“Mein Großvater sprach nicht gern von früher. Was nicht verwunderlich ist, zumindest nicht, was das Wesentliche angeht: dass er Jude war, nach Brasilien kam in einem dieser vollgepferchten Schiffe, wie Vieh, für das die Geschichte zu Ende zu sein schien, mit zwanzig oder dreißig oder vierzig, das ist egal, und nichts bleibt übrig als eine Art von Erinnerung, die kommt und geht und ein schlimmeres Gefägnis sein kann, als das, in dem du gewesen bist.”

Die Erinnerungen des Großvaters, aus dessen Tagebuch der Erzähler immer wieder zitiert, führen dazu, dass er sich selbst zurückerinnert: an seinen Vater, an seine Kindheit. Er erinnert sich an seine Schulzeit, während dieser war er an einem fürchterlichen Sturz beteiligt gewesen, bei dem ein nichtjüdischer Junge auf seiner Geburtstagsfeier zu Schaden kam. Der Schatten von Auschwitz hängt wie ein dunkles Tuch über seinem Leben; nur durch gemeinsame Gespräche hätte es entfernt werden können, doch niemand in der Familie spricht über das, was mit dem Großvater im Konzentrationslager geschehen ist. Sinnbildlich dafür steht die Alzheimererkrankung des Vaters, die die letzten bewussten Erinnerungen an den Großvater rauben, der sich selbst das Leben nahm, als sein Sohn gerade einmal vierzehn Jahre alt gewesen ist. Das Nichterinnernkönnen und das Nichtmiteinandersprechenkönnen ist ein schmerzhaftes Versagen, das sich über das Leben von drei Generationen erstreckt, hinein bis in die Gegenwart des Erzählers.

“Die Familie meines Großvaters ist vollständig in Auschwitz ums Leben gekommen. Keine Zeile in seinen Heften erinnert  an sie. Keine einzige Zeile handelt vom Lager, davon, wie lange mein Großvater dort gewesen ist, wie er es geschafft hat zu überleben, was er empfunden hat, als er befreit wurde, und ich stelle mir vor, wie mein Vater reagiert hat, als er beim Lesen, sechs Monate oder ein Jahr nach Tod meines Großvaters, diese Leerstelle bemerkte.”

Das schmale Büchlein, umfasst gerade einmal 175 Seiten, hat aber eine so große Kraft und Wirkung, dass ich geglaubt habe, einen Wälzer zu lesen, einen Roman mit doppelt so vielen Seiten. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Tatsache, dass das Buch zwar aus kurzen Kapiteln besteht, diese aber immer wieder unheimlich lange Sätze beinhalten. Sätze, in denen man sich erst einmal zurechtfinden muss. Die Themen des Erzählers kreisen um den schweren Sturz seines Mitschülers und um einen schlimmen Streit mit seinem Vater – es war der einzige Moment, in dem sich Vater und Sohn nahe gekommen sind, es ist der einzige Moment, in dem die Wände, die der Vater um sich herum errichtet hat, bröckelten.

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Im Zentrum des Romans steht jedoch das Thema Erinnerung und Vergessen. Daran geknüpft wird die Frage, wieviel wir erinnern müssen, um weiterleben zu können und wieviel wir vergessen dürfen, um zu überleben. Es geht aber auch um die Frage, wieviel man als Angehöriger erdulden und aushalten muss – kann man jedes Verhalten mit Auschwitz entschuldigen oder hat man als Sohn auch das Recht wütend zu werden? Wo fängt die Verantwortung für das eigene Handeln an? Kann man den Großvater nur als Opfer der Geschichte beurteilen, oder auch als Mann, Ehemann und Vater? Im Text wird immer wieder Bezug genommen auf Primo Levi und sein Buch “Ist das ein Mensch?”, in dem er über seine Erfahrungen im Konzentrationslager schreibt.

“Ist es möglich, einen Überlebenden von Auschwitz zu hassen, wie es mein Vater getan hat? Ist es erlaubt, diesen vollkommenen Hass zu empfinden, ohne jemals der Versuchung zu erliegen, ihn wegen Auschwitz zu mildern, ohne sich schuldig zu fühlen, die eigenen Emotionen über so etwas wie die Erinnerung an Auschwitz zu stellen? Kann der Hass auf einen Überlebenden von Auschwitz gleichgültig machen gegenüber Auschwitz, der Hass auf den Überlebenden, der dazu führt, das man ihm Böses wünscht, dazu, dass einem gleichgültig oder gar recht ist, was ihm angetan wurde, selbst wenn es in Auschwitz war?”

Michel Laub legt mit “Tagebuch eines Sturzes” einen schmerzhaften, wenn gleich auch kraftvollen Roman vor. Er erzählt auf sprachlich hohem Niveau eine Geschichte des Erinnerns und Vergessens, des Überlebens und Weiterlebens, von Verantwortung und Schuld. Der Roman endet mit einem Hoffnungsschimmer, es ist die Hoffnung darauf, dass die vierte Generation vielleicht anders mit der Vergangenheit umgehen kann.

Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm – Selja Ahava

April 9, 2014

Selja Ahava wurde 1974 geboren, studierte Dramaturgie an der Theaterhochschule Helsinki und hat zahlreiche Drehbücher für Spielfilme und Fernsehserien geschrieben. Mit “Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm”, legte sie in diesem Frühjahr ihren Debütroman vor. Aus dem Finnischen übersetzt wurde er von Stefan Moster, der übrigens nicht nur Übersetzer ist, sondern auch Schriftsteller.

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“Früher musste ich nach ein, zwei Wörtern suchen. Heute kommen mir ganze Gedanken abhanden. Aber ich habe Erinnerungen.”

Anna ist eine Frau, der die Wörter abhanden gekommen sind, die sich ihre Erinnerungen jedoch bewahrt hat. Sie ist mittlerweile eine alte Frau, aber ihr Gedächtnis hat bereits in jungen Jahren angefangen zu leiden. Der plötzliche Verlust ihres Mannes Antti hat ihr den Boden unter ihren Füßen weggezogen, er hat ihre ganze Welt erschüttert, auch ihr Gedächtnis. Mittlerweile sind die Erinnerungslücken immer größer geworden und Ereignisse der Vergangenheit purzeln ohne Zusammenhang durch ihren verwirrten Kopf. Dennoch versucht sie sich an das was war zu erinnern, so gut sie eben kann – den Leser lässt sie an diesen Erinnerungen teilhaben. Es sind ungefilterte und verwirrende Episoden der Vergangenheit.

“Es gab Morgen, an denen Antti in der Stadt war und Anna alleine mit dem Hund aufwachte. Dann kochte sie Kaffee, hörte die Nachrichten, sah auf die Uhr und dachte, noch vierzehn Stunden, und ich kann wieder schlafen gehen. An solchen Morgen saß sie auf der Veranda, schaute vor sich hin und dachte schlicht und einfach: Stein, Birke, Gras, Stuhl. Stein, Birke, Gras, Stuhl.”

Wenn man so will, dann wird in “Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm” Annas Biographie erzählt, es ist ihr Leben, das hier erzählt wird – ihr Leben aus ihrer eigenen Perspektive, oder dem, was davon noch übrig ist. Das Wort Demenz fällt an keiner Stelle und doch ist die Erkrankung von Anna beinahe offensichtlich, doch bei ihr ist es keine Erkrankung, die im hohen Alter aufgetreten ist, die Wurzeln ihrer Gedächtnisstörung liegen tief in ihrer Vergangenheit begründet – der Auslöser dafür war der Verlust von Antti. Antti, der bei einem schweren Autounfall starb, ist nicht nur plötzlich aus ihrer Welt gefallen, sondern dieser Verlust ließ auch Anna aus jeglichen Zusammenhängen fallen.

“Von der Eiszeit glatt geschliffener Fels, von der Sauna weiche Haut. Sommersprossen und Froschteiche. Anna war mit Antti so fest verwachsen wie die Kiefer mit dem Felsen.”

Wir erfahren von ihrem Neuanfang mit Thomas, mit dem sie in England lebt, weit weg von dem Leben, das sie in Finnland gelebt hat, weit weg von den Erinnerungen an Antti, die immer stärker verblassen, doch immer noch da sind. Bereits da werden ihre Schwierigkeiten im Alltag sichtbar, manchmal verliert sie die Orientierung, vergisst, wo sie sich befindet, vergisst, mit wem sie zusammenlebt. Sie erhält Besuch, von ihren sechs Kindern, die im ersten Moment so wirklich erscheinen, dass ich einige Zeit brauche, bevor ich verstehe, dass es sich bei ihren Kindern um Phantasiegestalten handelt. Später erhält sie Besuch von Gott und von einer Bärenfamilie. Beim Blick zurück wird deutlich, wie das Leben von Anna Stück für Stück immer weiter auseinander bricht und aus den Fugen gerät. Der Wal, den sie eines Tages in London zu sehen glaubt, den hat es aber scheinbar wirklich gegeben – immerhin.

“Antti kannte die Erlen am Ufer und wusste sofort, um welche von ihnen es sich handelte. Er erinnert sich an die Aussicht dahinter, an die Steine des Riffs und an die kleine Möweninsel, an die Markierung der Fahrrinne und den Marinekai und konnte sich vorstellen, wie der umgestürzte, kaputte Baum aussah. Es tut gut, sich eine Landschaft zu teilen. Es tat gut, eine Sache nach der anderen auszusprechen, zu sagen, was man zwischen den Erlen jetzt sah. Für niemanden sonst wäre das von Bedeutung gewesen, aber Anna und Antti konnten gemeinsam auflisten: Riff, kleine Felsinsel, Untiefenmarkierung, Möweninsel, Kai.”

Selja Ahava erzählt in ihrem Debütroman eine außergewöhnliche Geschichte. Romane über Demenz gibt es mittlerweile viele, doch das ungewöhnliche an diesem Roman ist seine Perspektive: Anna und ihre schwindenden Erinnerungen werden nicht von außen beschrieben, sondern von innen – aus ihrem Kopf heraus. Natürlich fehlt es der Geschichte manchmal an Zusammenhängen, an Klarheit, manchmal fehlte mir das Verständnis dafür Situationen begreifen zu können. Selja Ahava pflanzt den Leser erbarmungslos hinein in Annas Kopf. Durch diesen literarischen Kniff wird die zunehmende Verzweiflung, die Anna aufgrund ihres Gedächtnisverlusts spüren muss schmerzhaft greifbar.

Im Klappentext wird “Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm” als ein Roman über die Kraft der Wörter und der Fantasie beschrieben. Auch ich habe diese Kraft in dem Roman gefunden, trotz der zunehmenden Wortverluste, bleibt Sprache ein wichtiges Instrument für Anna, sie versucht ihre Vergangenheit immer wieder auf neuen Wegen zu beschreiben. Doch der Roman ist nicht nur poetisch und märchenhaft, für mich stand dagegen viel mehr die authentische Abbildung einer Gedächtniserkankung im Vordergrund. Trotz aller Fantasie erzählt Selja Ahava eine tieftraurige Geschichte über eine Frau, der die Realität Stück für Stück entgleitet – “Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm” ist vor allem eine schmerzhafte Lektüre.

“Wäre es möglich, Augenblicke einzufrieren, würde ich diesen in eine Plastikdose legen, dachte Anna. Dann könnte man den Winter über davon zehren. Es gab genug solcher Augenblick für den ganzen Winter.”

“Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm” ist ein Roman über die Kostbarkeit des Lebens, in dem vieles unausgesprochen bleibt. Vielleicht haben diese leeren Stellen mich ganz besonders berührt. Getragen wird die Geschichte von Anna, die ich in all ihrer Verzweiflung, ihrer Angst und ihrer tiefen Traurigkeit ins Herz geschlossen habe. Als Leser muss man dazu bereit sein, sich auf die ungewöhnliche Perspektive einzulassen, damit der Roman funktioniert – ich hoffe, es finden sich noch ganz viele, die dazu bereit sind.

Bücherrettung!

April 7, 2014

Blogstöckchen können ja manchmal ein leidiges Thema sein, doch heute wurde ich vom Betreiber des wunderbaren Blogs “54books” beworfen und auch wenn Bandit lieber mit Bällen spielt, haben wir diesmal beherzt zugegriffen.

Die Grundidee (die übrigens von dem Betreiber des Blogs Texte und Bilder stammt), die diesem Blogstöckchen zugrunde liegt, ist eine in der Tat erschreckend furchtbare und grausame Vorstellung: es handelt sich nämlich um eine Apokalypse, aber nicht um irgendeine Apokalypse, als wäre das noch nicht furchtbar genug, sondern um eine Form der Bücherapokalypse, die alle literarischen Texte auf unserem Planeten vernichtet. Alle diejenigen, die nicht von uns gerettet werden.

Die Frage streift ein weites Feld. Und genau so sollte sie verstanden werden: Möglichst frei und weitläufig. Ich stelle mir vor, eine kleine Aktion zu starten, bei der Blogger genau diese Frage beantworten und die drei Bücher nennen, die sie vor dem Untergang retten würden. Danach sind jeweils zwei weitere Blogger – also zwei weitere Buchretter – zu nominieren. Das Wichtigste dabei ist natürlich das Warum: Warum sind es genau diese drei und nicht andere? Die Entscheidung ist keine leichte. Daher sollte man sich beschränken – sagen wir auf eine Begründung in nicht mehr als 140 Zeichen pro Buch.

Die Antwort auf diese Frage ist für mich eine wahre Hürde. Nur drei? Ich habe mich dennoch an einen Antwortversuch heran gewagt. Ihr könnt sicherlich verstehen, dass vor allem die Beschränkung auf 140 Zeichen mir besonders schwer gefallen ist… ;-)

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1.) James Salter, Lichtjahre: 

Weil es ein Meisterwerk der amerikanischen Literatur ist: prosaisch, poetisch und an keiner Stelle ein Wort zu viel.

2.) Richard Yates, Zeiten des Aufruhrs:

Wenn man die Vorstädte Amerikas entdecken möchte, dann hier, bei Richard Yates. Großartige Beschreibungen, tolle Charaktere und sehr düster.

3.) Stephen Chbosky, vielleicht lieber morgen

Vielleicht kein literarisches Meisterwerk, aber ein ganz persönlicher Meilenstein, da dies Buch Startschuss meiner Karriere als Leser war.

 

Ich möchte das Stöckchen gleich weiter werfen, zu Kai von skyaboveoldblueplace und zur Lesewelle – vielleicht fängt es ja einer von euch beiden!

 

Tage zwischen gestern und heute – Andreas von Flotow

April 7, 2014

Andreas von Flotow wurde 1981 in Dannenberg geboren und lebt heutzutage in Berlin. Er hat als Dramaturgieassistent gearbeitet, unter anderem am Maxim Gorki Theater Berlin und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Daneben war in einer Kunstbuchhandlung tätig, sowie als Lektor. Mit “Tage zwischen gestern und heute” legt Andreas von Flotow, der heutzutage als freier Dramaturg arbeitet, seinen Debütroman vor.

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Andreas von Flotow legt mit “Tage zwischen gestern und heute” einen Roman vor, dessen Handlung in unserer heutigen Gegenwart wurzelt, dessen Ich-Erzähler sich jedoch bereits im Jahr 2031 befindet. Der Erzähler, der namenlos bleibt, begibt sich zurück in seine Kindheitserinnerungen, versetzt sich zurück in den Jungen, der er gewesen ist. Zweimal ist das Leben des Jungen zerbrochen, in so viele Einzelteile, dass es kaum noch zusammenzufügen ist. An dem Tag, an dem er zehn Jahre alt wird, werden seine Eltern von seinem Onkel erschossen. Der Vater stirbt sofort, die Mutter befindet sich fünf Jahre lang in einer Art Wachkoma – in einem Schwebezustand, zwischen Bewusstsein und Schlaf, aus dem sie niemand mehr herausholen kann. Sie stirbt, als der Erzähler fünfzehn Jahre alt ist.

“Meine erste Erinnerung, wenn ich an die frühe Kindheit denke: Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem es besonders laut oder lärmend um mich herum gewesen wäre.”

Die Erinnerungen an den Unglückstag, der alles verändern sollte, sind schwammig und vage, doch der Erzähler versucht sich hinein zu begeben in das Leben, das er als Kind geführt hat. Er versucht die Erinnerungsfetzen, die ihm geblieben sind, zu erforschen, zu untersuchen und zusammenzusetzen. Er begibt sich zurück in die Zeit vor dem Unglück, in die Zeit danach, als er bei seiner ungeliebten Großmutter leben muss, die er Tante Eve nennt.

Der Erzähler erlebt eine behütete Kindheit, auch wenn seine Eltern häufig abwesend sind. Mit seiner Mutter, die eine berühmte Sängerin ist, lebt er in Amerika, der Vater hält sich häufig in Frankreich auf. Wenn er doch einmal bei seiner Familie ist, versinkt er immer wieder in der Welt der Bücher, liest und schreibt kleine Zettelchen voller Notizen, die er zwischen die Buchseiten legt. Helen, das Kindermädchen, ist ein wichtiger Teil der Familie – sie ist diejenige, die die wohl engste und liebevollste Beziehung zu dem Erzähler hat.

“Der Tag, an dem meine Mutter starb, ist für mich im selben Augenblick Traum und Wirklichkeit; einerseits eine traumhaft logische, aber leider nur spürbare Folge unzähliger Ereignisse, andererseits eine exakte und greifbare Nachbildung der Vergangenheit vor meinem geistigen Auge.”

Der Blick zurück in die Vergangenheit ist gleichzeitig auch ein Blick auf die Eltern, die immer irgendwie da waren, denen der Erzähler jedoch nie nahe gekommen ist. Der Blick zurück auf das, was geschehen ist, ist auch ein Versuch, sich dem Kind anzunähern, das man gewesen ist und dabei die Eltern zu ergründen, die nur viel zu kurz Teil des eigenen Lebens gewesen sind.

“Im Jahr 2005 sind meine Eltern Opfer eines Anschlags geworden, den mein Onkel, ein Halbbruder meiner Mutter, verübt hat. Er feuerte dreizehn Schüsse ab, mein Vater war sofort tot, meine Mutter starb fünf Jahre später. Die folgende Erzählung ist eine kurze, hier und da bebilderte Chronologie meiner Kindheit bis zum Tod meiner Mutter. Sie ist durchwoben mit den Daten meines Lebenslaufes und stellt vermutlich den entscheidenden Teil des geistigen Fundamentes dar, auf dem ich als fünfzehnjähriger Junge stand. ich erzählte der Reihe nach und behalte die Natur der Ordnung im Hinterkopf: Sie ist ein Phänomen der Oberfläche, darunter ist es wüst und leer.”

“Tage zwischen gestern und heute” ist ein Roman, der so kurz ist, das er schon fast eine Novelle sein könnte. Der Text lässt mich zwiespältig und mit vielen offenen und unbeantworteten Fragen zurück. Die Chronologie der Kindheit liest sich vielmehr als Steinbruch, als ein Trümmerhaufen der Erinnerungen. An vieles erinnert sich der Erzähler nicht mehr, vieles ist ihm unklar. Vieles bleibt dadurch auch dem Leser verborgen, wir tauchen zwar ein in diese Bruchstücke einer Kindheit, doch auf viele Fragen gibt es keinerlei Antworten. Die drängendste Frage war für mich die Frage nach dem warum? Wie konnte es zu dieser Tat kommen? Antwortversuche auf diese Frage gibt es nur spärlich.

Der Blick zurück auf die Kindheit, ist ein Blick, über den ich in vielen Romanen gestolpert bin zuletzt. Doch in diesem Roman funktioniert die gewählte Perspektive für meinen Geschmack nicht wirklich. Über der Kindheit des Erzählers liegt ein dunkler Schleier, der nur stellenweise Licht durchlässt. Vieles bleibt unklar, vieles bleibt schwammig. Ich fühle mich beinahe schon verloren in dieser Erzählung, die bereits vorbei ist, bevor sie eigentlich so wirklich begonnen hat. Andreas von Flotow deutet an, dass er erzählen kann, er deutet an, dass er Charaktere entwerfen und Szenen gestalten kann, doch all diesem fehlt dann doch ein verbindendes Element. Nach dem Zuklappen der letzten Seite gibt es nicht vieles, das von dieser Lektüre in mir zurückbleibt. Am meisten beeindruckt hat mich vielleicht die Bücherliebe des Vaters, die er an seinen Sohn weiterreicht. Es sind die Bücher, die dem Erzähler helfen, in Kontakt zu sich selbst und zu seiner Mutter zu kommen. Die Bücher des toten Vaters ziehen irgendwann im Zimmer des Sohnes ein und werden für ihn zu einer Art Rettungsanker, nicht unbedingt, weil er sie alle liest, sondern allein durch ihre Präsenz.

“Am liebsten würde ich hier jedes einzelne Buch meines Vaters mit einem Satz erwähnen, wenigstens etwas darüber sagen. Nicht unbedingt über den Inhalt, eher über ein paar wiederkehrende Gedanken, über das Gefühl, das diese Bücher in mir wecken, wenn ich mir nur die Titel in Erinnerung rufe. Aber ich schweige lieber. Über die wichtigsten Sachen lässt sich am wenigsten sagen.”

Andreas von Flotow legt mit “Tage zwischen gestern und heute” einen schmalen Roman vor, der mich leider nicht überzeugen konnte. Die Grundidee hat mich noch begeistern können, doch dem Autor gelingt es leider nicht wirklich, diese Idee auch mit Inhalt zu füllen. Vieles in diesem Roman bleibt deshalb leider Stückwerk, gute Ansätze sind dabei zwar immer wieder zu erkennen, mehr aber leider auch nicht.

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